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Wie kann ich helfen?

Sehen Sie nicht weg!

Der Vater, der jeden Abend drei Bier vor dem Fernseher trinkt, um sich entspannen zu können. Die Kollegin, die auffällig oft einen Grund zum Anstoßen sucht und mit der Arbeit nicht mehr hinterherkommt. Der Bekannte, der seine Probleme in Alkohol ertränkt und sich immer weiter zurückzieht. Sie kennen jemanden, auf den oder die diese Beschreibung zutrifft? Jemand, der über einen längeren Zeitraum viel trinkt, Alkohol als Problemlöser einsetzt oder sich unter Alkoholeinfluss in riskante Situationen begibt? Dann sehen Sie nicht weg, sondern sprechen Sie das Problem an.

Der erste Schritt: Ein Gespräch unter vier Augen

Ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen ist in der Regel im ersten Schritt hilfreich, um die Situation generell zu klären und dem oder der Betroffenen zu signalisieren, dass man helfen möchte. Zeigen Sie im Gespräch, wie sehr Sie sich Sorgen machen und wie wichtig Ihnen die Gesundheit des anderen ist. Versuchen Sie dabei möglichst Vorwürfe zu vermeiden und nutzen Sie sogenannte Ich-Botschaften. Formulierungen wie "Ich habe den Eindruck, dass…" oder "Ich beobachte, dass…" anstelle von "Du trinkst zu viel" verhindern, dass sich Ihr Gegenüber angegriffen fühlt und sich zurückzieht.

Einfach ist ein solches Gespräch sicherlich weder für Sie noch für Ihr Gegenüber. Das Thema Sucht ist immer ein sehr persönliches und deshalb häufig schambesetztes Thema. Es kann also durchaus sein, dass Ihr erster Versuch, darüber zu sprechen, abgewiesen wird. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Versuchen Sie es wieder und zeigen Sie dem anderen vor allem, dass Sie jederzeit ein offenes Ohr haben.

Ein Bergsteiger wird am Fels von jemandem an die Hand genommen und hochgezogen.
Bild: frankie's / fotolia.com

Hilfe von Fachleuten suchen

Kommt ein Gespräch zustande, so motivieren Sie Ihren Kollegen, Ihre Freundin oder Tante, sich einem Arzt oder einem Suchtberater anzuvertrauen. Bieten Sie vielleicht sogar an, dorthin mitzukommen. Im Bereich "Beratung" finden Sie ein Verzeichnis aller Suchtberatungsstellen in Deutschland. Die Beratung dort ist kostenfrei und anonym – und steht auch Angehörigen offen.

Lassen Sie sich aber keinesfalls auf eigene Therapieversuche ein. Alkoholismus ist eine Krankheit. Ihre Behandlung gehört in die Hände von Fachleuten. Bitte bedenken Sie auch: Therapie und Hilfe muss der oder die Betroffene wollen, mit Zwang ist da nichts zu machen.

Eine heikle Situation: Alkohol am Arbeitsplatz

Beobachten Sie im Kollegenkreis Probleme beim Umgang mit Alkohol? Auch hier gilt: Suchen Sie zunächst das Gespräch unter vier Augen. Und natürlich muss ein Chef unterrichtet werden, wenn ein vertrauliches Gespräch keine Wirkung zeigt. Das gilt auch, wenn durch das Trinken am Arbeitsplatz die Sicherheit des betroffenen Kollegen oder anderer gefährdet wird. Dann ist unbedingt sofortiges Eingreifen notwendig.

Quelle: BZgA

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